2020-04-16

Die verkehrte Welt des Wortes KEIN

Wir alle haben kürzlich gesehen, zu was die Aufforderung „KEINE Hamsterkäufe“ führt. Nämlich zu: Hamsterkäufen! Ist doch vertrackt, dass mit der Nennung des Wörtchens KEIN genau das Gegenteil bewirkt wurde. Und warum?
Weil KEIN eine starke Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und dadurch automatisch den Blick auf das damit verbundene Wort lenkt mit der Folge, dass dieses in den Mittelpunkt rückt.
Und im besten Falle eben nicht nur in den Mittel- sondern in den Vordergrund. Wie bei der autoritären Mahnung „KEINE Schokolade“! Das Wörtchen KEIN fällt hinten runter, die Schokolade übertönt alles und uns fließt das Wasser im Mund zusammen. Mmmmmh, wir konzentrieren uns auf die Schoki: „Ich will Süßes. Sofort!“ Schließlich lassen sich immer Wege finden, trotzend der Lust zu frönen.

Aus “KEINE Hamsterkäufe” macht unser Hirn: Ah, Hamsterkäufe sind ein Thema! Oh, Hamsterkäufe, gute Idee!! Ach, dann geh ich mal los!!!

Wäre uns gesagt worden: „Übrigens, die Geschäfte bleiben auf und Sie können jederzeit einkaufen wie gewohnt“ wäre es vielleicht nicht zum Ansturm auf Supermärkte gekommen? KEINE Ahnung.
KEIN wirkt aber auch andersherum. Wenn statt Begierde der Verzicht auf das mit KEIN verbundene Wort lockt: KEINE Silikone, KEINE Zusatzkosten und am besten noch KEINE Kalorien! In diesen Fällen triggert KEIN geschickt die Konsumlust.
Übrigens nutzen manche Verkaufstalente diese mit unschuldigem Augenaufschlag, indem sie ihrem Firmenauftritt einen informativen Anstrich geben – mit dem plakativen Zusatz: „KEINE Werbung“.

Nun, wir sind alle mündige Konsumenten und fast alle von uns haben zuhause einen Hamstervorrat. Alles wird gut…..KEINE Angst!!!20-04-15 claudia-klaft-blog_k.jpg

Admin - 07:06:36 | Kommentar hinzufügen